NVIDIA Grafikkarten auch ohne Monitor-Ausgabe flashen

NVIDIA BIOS BLIND FLASHEN

VBIOS neu geflasht – Und der Bildschirm bleibt schwarz!

Es gibt in der IT immer wieder Momente, in denen man vor einem unerwarteten Problem steht. Und dabei oft den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.
Wie bereits in einem Artikel erwähnt wurde, nutzen wir die Möglichkeit, mobile HP Business Workstations, die keinen Support mehr erhalten, aufzurüsten.

Dabei gab es letztens eine Hürde zu nehmen, als es darum ging, eine relativ aktuelle NVIDIA Quadro K3100m Grafikkarte in einen betagten, aber soliden, HP 8740w zu packen.
Dieses Board kommt normalerweise erst mit der ZBook 17″ Serie der 3. Generation. Ist also bereits in ziemlich modernen Notebooks verbaut.

Die alte Workstation kam defekt. Sie wurde von mir wieder instand gesetzt und mit Solid State Drive und schwarzem 1600Mhz Apple-RAM aufgerüstet.
Das ist bekanntermaßen eine sehr empfehlenswerte, effektive Methode, ältere Qualitäts-Laptops auf neuen Stand zu bringen. Damit kommt quasi das ganze HP Elitebook erst zur Geltung…

Wir haben diese GPU bereits beim 8760w und 8770w erfolgreich verwendet und wollten nun zum Spaß mal eine alte Kiste „salonfähig“ machen…

Nach der Festellung, dass trotz niedriger Temperaturen ohne Last, der Lüfter ständig läuft, kam mir der Gedanke, die Grafikkarte mit einer anderen BIOS Version zu bestücken.
Eine erhoffte, „zauberhaften“ Besserung stellte sich allerdings leider nicht ein.

Im Gegenteil – der Bildschirm blieb aus. Dunkelheit bei unserem 8740w, der ein nettes Spielzeug hätte werden sollen…

Das ganze Vorhaben hat scheinbar nun hier Halt gemacht, weil auch ein externer Bildschirm nicht anspricht. Weder am externen VGA, noch am eDP Port.

VBIOS blind flashen?!

Der erste Gedanke war, für mich selbstverständlich, ein „Blind-Flash“ des Video ROMs (VBIOS) der NVIDIA Quadro 3100m. Nachdem der ungünstige Flash ja ohne Unterbrechung durchlief.
Das wäre sozusagen die erste Hilfe ohne einen großen Zeitaufwand. So war das zumindest gedacht.

Aber, wie so oft der Fall, gehen Theorie und Praxis manchmal unterschiedliche Wege…

Probleme beim Flashen des NVIDEA Video ROMs bei der Quadro K3100m

Es stellte sich nach ein paar Versuchen heraus, dass scheinbar die DOS Software von NVIDIA, die ich zum blind flashen verwenden wollte, die Grafikkarte nicht erkannte bzw. das ROM nicht auslesen konnte. Das Programm brach mit zwei mal kurz Piepen den Vorgang ab.

Der Gedanke, die frisch gepastete und mit neuen Pads versehene Grafikkarte wieder auszubauen und vorläufig in ein Gerät zu installieren, das mit externem Monitor laufen würde, war mir tatsächlich zuwider.

Was macht man jetzt in so einem Fall?

Nach ewigem Hin und Her kam mir zwischendrin doch glücklicherweise die Idee nachzusehen, ob sich eventuell eine neuere DOS Version von nvflash finden ließe, als die, die ich verwenden wollte.

Naja. Was soll ich sagen? Es traf mich also wie ein Schlag, als ich die entsprechende Website auf https://www.techpowerup.com/download/nvidia-nvflash/ öffnete.

Da steht was von nvflash Linux-Version! Was bist du eigentlich für ein Admin? Stundenlang experimentierst du mit externen Boot-Datenträgern, HDDs und Memorysticks, DOS Partition und und und… Und hier gibt es die Linux Version für die Lösung des Problems. Uff.

Also ran. Schade, um die verlorene Zeit und wieder mal typisch für die Windows-Landschaft…

NVIDIA VBIOS „blind“ flashen unter Linux

Zum Flashen eines Video ROMS von einem fernen Rechner aus, was ich hier Linux Blind-Flash nenne, verwende ich eine 2,5″ SATA Festplatte in einem externen USB-Gehäuse.
Auf dieser installiere ich Debian. Nämlich, weil ich das überall installiere. Das ist eine Gewohnheit von mir. Im wahrsten Sinne.

Bei dem kurzfristigen Aufsetzen des Debian GNU Linux benötigen wir nur die Shell, einen SSH-Server für eine Connection über ein Netzwerk, nvflash für linux und unser passendes Video ROM Image.
Das installieren wir uns nun ganz schnell auf einem Rechner mit ähnlicher Hardware. Mindestens aber mit der gleichen Prozessor-Architektur. Unser Kernel muss auf dem betroffenen Gerät starten können. Auf gehts…

Wir testen sogleich, ob wir uns von einem remote PC per ssh einloggen und nvflash aufrufen können. Somit wäre die Installation schon erledigt.
Die externe Festplatte wird jetzt an unser Problem-Gerät gesteckt und gebootet. Falls ein Boot von USB nicht zur Verfügung steht, bauen wir die HDD einfach direkt ein.
Es gibt wohl kaum ein Notebook ohne Defekt, das da noch einen System-Start verweigern würde…

Jetzt flashen wir das NVIDIA VBIOS „blind“.

Das wars also im Prinzip auch schon. Viel Rauch um Nichts.

Wir loggen uns bequem per ssh in den Rechner, auf dem die Grafikkarte installiert ist, dessen Bios wir flashen möchten.
Und tun dies (#nvflash -6 bios.rom). Und zwar ohne das lähmende Problem, während dem Geschehen nichts sehen und somit nicht verifizieren zu können, ob der Flash-Vorgang erfolgreich verlief.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.